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Schwärmen Sie auch schon? Erfolgreich ohne Struktur: Wie Schwarm-Teams traditionelle Zusammenarbeit revolutionieren

Beitrag Cornelia Wüst, Geschäftsführerin der Tiba Coaching GmbH

Eine neue – oder ergänzende – Projektkultur hält in Unternehmen Einzug: Swarm-Teams, arbeiten ähnlich wie die klassische Projektorganisation, in vielem ähnlich und doch anders.

Die Natur macht es eindrucksvoll vor: wer sich zum Schwarm zusammenschließt, genießt Vorteile. Ob wir Zugvögel am Himmel beobachten oder Fisch-Schwärme im Wasser. Scheinbar ohne festgelegte Ordnung trägt jedes Schwarmmitglied dabei zum Gelingen des großen Ganzen bei. Wenn Vogelschwärme vorüberziehen, sieht es so aus, als würde der voranfliegende Vogel den Schwarm führen. Doch in Wirklichkeit wechseln sich die Vögel in dieser Position ab, um Kräfte zu sparen, sagt der Ornithologe Peter Berthold. In der Mehrzahl seien die meisten Vögel ohnehin Individualisten. Und dennoch haben sie ein gemeinsames Ziel und eine Vorgehensweise, die keinerlei Absprachen bedarf:

  • Nutze den Auftrieb, den der Flügelschlag eines vor dir fliegenden Vogels verursacht – in Projektsprache könnte das bedeuten: welcher Kollege hat Kompetenzen, die meine ergänzen?
  • Nimm dabei eine Position ein, von der aus du ungestört nach vorn blicken kannst. – in Projektsprache könnte das bedeuten: Behalte das Projektziel im Auge.

Und noch ein bemerkenswertes Phänomen aus der Natur:

Der Physiker und Vogelforscher Andrea Cavagna aus Rom stellte in einem EU-Forschungsprojekt fest, dass Vögel sich an den sieben Nachbarvögeln ausrichten, was der höchsten Zahl entspricht, die Vögel unterscheiden können. Generell halten sie mindestens eine Flügelspanne Abstand zueinander. Bei Richtungsänderungen des Schwarms reagiert nicht unbedingt die Schwarmspitze, jedes Individuum kann eine Richtungsänderung hervorrufen und der ganze Schwarm organisiert sich hierdurch um. Bei Annäherung von Greifvögeln verdichtet sich der Schwarm, um das Anvisieren eines Individuums zu erschweren. Manchmal wird sogar der Greifvogel vom Schwarm so eingeschlossen, dass dieser sich flugunfähig abfallen lassen muss. Stört ein Greifvogel den schwarmauflösenden Anflug zum Schlafplatz, steigt der Schwarm wieder auf, oft bis zum Einsetzen der Dunkelheit.

Zurück zur Projektarbeit und den Swarm-Teams in Organisationen. Swarm-Teams werden aus unserer Erfahrung eingesetzt für spezielle Fragestellungen oder Herausforderungen, die gerade ‚brennen‘ oder in der Zukunft liegen, also kein klassisches Projektgeschäft – könnte jedoch langfristig Auswirkungen auf diese haben, da sehr effizient. Gefragt ist eine Arbeitsweise, die fern der ‚klassischen Projektarbeit‘ ist, frei in der Gestaltung, Zusammensetzung, Organisation (nämlich selbstorganisierend), mit Budgetvorgaben und vor allem Freiraum. Vorbild hatte neben den Tierschwärmen vor allem Start-Ups und die Frage, was macht die Erfolgreichen so erfolgreich? Und clevere Vordenken fanden genau diese Parallelen zwischen Natur und Start-ups heraus und begannen zu experimentieren.

Dieses Phänomen, es wird zunehmend auch von Unternehmen adaptiert und zur Beantwortung individueller Fragestellungen herangezogen. Teams, die sich selbst organisieren und eine Vertrauensperson aus den eigenen Reihen zu ihrem Leiter wählen, der aber auch wieder in einer speziellen Phase abgelöst werden kann, haben sich als attraktive Form der Zusammenarbeit herausgestellt. Bestehende Hierarchien spielen dabei keine Rolle. So kann es sein, dass eine obere Führungskraft zu einem ‚normalen‘ Team-Mitglied mutiert, deren Input und Erfahrung jedoch wertvoll ist für das Gesamtergebnis im Team.

Während einst einzelne Fachabteilungen nach Lösungen für komplexe Sachverhalte suchten, ist heute zunehmend der Einsatz von Schwarm-Teams gefragt. Das Unternehmen ist mit einer neuen Herausforderung konfrontiert? Warum diese nicht unternehmensweit ausschreiben und die Besten rekrutieren? Was traditionell in Form von Projektarbeit erfolgte, nimmt heute neue Formen an.

Ein Team, viele Vorteile: wer Schwarmmitglied ist, profitiert von ganz neuen Freiheiten. Völlige Freistellung vom eigenen Job ermöglicht vollstes Engagement für die Kollaboration im Schwarm. Auch ein eigenes Budget erlaubt Bewegungs- sowie Gestaltungsfreiraum, in dem Kreativität in der Lösungsfindung im Vordergrund steht. Ein eigener Kosmos im Unternehmen entsteht, Mitarbeiter haben die Chance sich neu einbringen und entfalten zu können. Darüber hinaus: Vertrauen als Basis der Zusammenarbeit und ein Leiter, der aus diesem Vertrauen heraus agiert und jederzeit abgelöst werden kann. Ganz wie im Vogelschwarm, bei dem sich die Vögel an der Spitze unaufgefordert und wie selbstverständlich immer wieder abwechseln. Linie und Matrix treten bei dieser neuen Arbeitsweise in den Hintergrund. Sie beraten und begleiten, haben jedoch anders als im Projekt keine Entscheidungsgewalt. Diese liegt in den Händen des Teams, das zwar Meilensteine präsentiert, aber ansonsten frei und selbstbewusst agiert. Eine Freiheit, welche nicht nur wünschenswert und beflügelnd ist, sondern auch im Ganzen belohnt wird. Ganz nach dem Schwarm-Prinzip verdient sich das Team im Ganzen seine Boni und nicht länger nur der Einzelne. Was könnte es für eine größere Motivation zur Zusammenarbeit geben?

Bei aller Euphorie, die dieses Arbeitskonzept zuweilen auslöst, müssen zwangsläufig jedoch auch gewisse Risiken berücksichtigt werden. Meist haben Schwarm-Teams eine kürzere Lebensdauer, die ausreicht, um quälende Pain Points zu beseitigen. Was dann? Die alte Position wurde mittlerweile wieder vergeben, wohin also mit der neu gewonnenen Tatkraft? Für diese Fragen müssen Unternehmen noch an Lösungen feilen, wenn sie die Energien des Schwarms effektiv nutzen wollen. Auch ist nicht jeder Mitarbeiter das geborene Schwarm-Mitglied. Strukturiert denken ohne strukturiert zu sein – das kann eine Challenge sein. Gerade an solchen Punkten ist es wichtig, Start-Up erfahrene Coaches heranzuziehen. Sie kennen die individuellen Kräfte, die in einem solchen Team wirken, sie wissen um deren eigene Dynamik und können gezielt helfen, diese zu lenken. Mit dieser Unterstützung kann ein kraftvolles Zusammenspiel entstehen, das ähnlich der Natur ohne Strukturen und Grenzen auskommt. So dass Freiheit und Selbstordnung nicht länger für Chaos, dafür aber für ein kreatives und zukunftsorientiertes Miteinander stehen. Und ein kraftvolles Nebeneinander von Swarm-Teams und klassischen Projekten ermöglichen kann. Ist es eine Frage der Zeit, wann klassische Projektorganisation sich mit Swarm-Eigenschaften anfreunden müssen?

Ich freue mich auf Ihre Meinung und Erfahrung!

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